Propolis

Propolis (Kittharz, Bienenkittharz oder auch Bienenharz) ist wohl für die Biene das überhaupt wichtigste Produkt im Bienenstock. Denn die 35 C, die im Bienenstock herrschen stellen ein optimales Milieu für Krankheitserreger jeglicher Art dar und die Sammelbienen haben bei ihrer Suche nach Honig ständig Kontakt mit verschieden Keimen, ausgehend von Pilzen oder Mikroorganismen. Diese mitgebrachten Keime würden ein Bienenvolk in kürzester Zeit eine Massenepidemie auslösen und in kürzester Zeit dahinraffen. Dies verhindert Propolis.

Die Bienen nutzen das Kittharz zur Verschließung und Abdichtung von Ritzen und Löchern ihres Stockes. Damit wird ein Eindringen von anderen Tieren und auch Keimen verhindert, zusätzlich wirkt das Propolis eben auch gegen die hineingetragenen Keime und verhindert somit eine Masseninfektion im Bienenstock.

Außerdem werden einmal eingedrungene Tiere, wie Schlangen, Mäuse oder ähnliche, nachdem sie dem Bienengift zum Opfer gefallen sind, mit Propolis keimdicht überzogen. Sie werden sozusagen einbalsamiert.Diese Wirkung wird durch die vielen Inhaltsstoffe des Propolis hervorgerufen, dazu zählen unter anderen Flavanoide und noch nicht vollständig erforschte antibiotisch wirkende Stoffe.

Eben dieser Funktion verdankt Propolis auch seinen Namen. Er stammt aus dem griechischen von pollis=Stadt und pro=vor. Also vor der Stadt, was frei übersetzt als Beschützer der Stadt gelten kann. Auch kann man daraus lesen, dass schon die alten Griechen um die Funktion des Propolis wussten. Sie nutzten die Kräfte des Kittharzes für sich und behandelten verschiedene Krankheiten mit dem natürlichen Antibiotikum der Biene.

Außer den Griechen nutzten auch die Ägypter die desinfizierenden und abschließenden Eigenschaften des Propolis. Sie nutzten das Bienenharz zur Einbalsamierung der Pharaonen. In etwas naherer Vergangenheit wurde Propolis von der Roten Armee im 2. Weltkrieg zur Desinfektion von Schusswunden genutzt. Auch in der Kunst der Geigenbauerrei fand Propolis seinen Platz. Stradivari nutzte Propolis als Glasur für seine Instrumente und diese halten ihren unvergleichbaren Klang schon seit mehr als 300 Jahren!

Die Grundsubstanz im Propolis ist Pflanzenharz (etwa 50%), weiterhin sind ca. 30% Wachse, 7% Pollen und bis zu 10% ätherische Öle (geruchsintensive, rückstandslos verdunstende Öle) enthalten. Die Zusammensetzung kann jedoch auch stark varriieren. Propolis enthält reichlich Vitamine und Spurenelemente. Die antimikrobielle Wirkung des Bienenkittharzes geht wahrscheinlich auf den hohen Gehalt an Flavonoiden zurück. Flavonoide (ursprünglich Vitamin P genannt, P steht für Permeabilitäts,- Durchlässigkeits- Faktor) sind eine sehr interessante und vielfältige Stoffgruppe, deren Erforschung sicherlich noch viele Überraschungen bringen wird. Es gibt über 6000 verschiedene Flavonoide, unter anderem sind sehr viele Pflanzenfarbstoffe in dieser Stoffgruppe enthalten.
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